Private Vermieter- ganz anders als das Vorurteil

Wenn Sie in den letzten Monaten die Medien in Bezug auf das Thema „Vermieter“ verfolgt haben, müssen Sie den Eindruck gewonnen haben, dass es sich bei Vermietern um unglaubliche Ungeheuer und Mieter verschlingende Monster handelt – im Extremen wurde sogar Enteignung gefordert. Die Hauptklage war, dass „die Mieten“ senkrecht nach oben ins nahezu Unendliche gesteigert wurden. Hier ein paar Fakten dazu.

Die große Mehrzahl der vermieteten Wohnungen ist in der Hand privater Vermieter, die eine oder ein paar Wohnungen vermieten. Die viel gescholtenen Konzerne vermieten den geringeren Teil der Wohnungen. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 3,9 Millionen private Vermieter. Somit lohnt es sich, die privaten Vermietverhältnisse einmal zu betrachten.

Private Vermieter haben den Wunsch, ihre Mieter langfristig zu binden:

Die Quadratmetermiete der privaten Mietverhältnisse liegt im Durchschnitt 2,76% unter der ortsüblichen Vergleichsmiete:
• In zwei von drei erfassten Mietverhältnissen gab es im Mietzeitraum überhaupt keine Mieterhöhung,
• 23,9% der Privatvermieter-Mietverhältnisse laufen seit mehr als zehn Jahren ohne eine Mieterhöhung,
• rund ¼ der privaten Vermieter erhöhen die Miete ausschließlich bei einem Mieterwechsel.

Somit ergibt sich ein sehr viel differenzierteres Bild, als es in fetten Schlagzeilen dargestellt wird:

1. Wenn Mieten „explodieren“, dann sind dies ausschließlich die Neuvertragsmieten bei einem Umzug. Ja, in den Metropolen kann es einen bei einem Umzug richtig erwischen.

2. Eine solche behauptete Entwicklung ist bei den Bestandsmieten nicht zu sehen. Diese sind über viele Jahre (in Ausnahmefällen sogar Jahrzehnte) sehr stabil oder steigen nur langsam.

3. Die Mieten aus Mietverhältnissen mit privaten Vermietern, die länger als 5 Jahre dauern, liegen deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete, die nur die Neuvermietungen der letzten Jahre erfasst:

4. Im selben betrachteten Zeitraum der Mietentwicklung sind auch die allgemeinen Lebenshaltungskosten gestiegen. Tatsache ist, dass die sogenannte Wohnkostenbelastung aller Mieter gesunken ist, da die Mieten in ihrer Gesamtheit weniger gestiegen sind als Lebenshaltungskosten und Einkommen.

Nochmal: wir sprechen hier über die Mehrzahl der privaten Mietverhältnisse (und ja, es gibt in ausgewählten Standorten stark gestiegene Mieten, und so schmerzhaft sie in jedem Einzelfall sind, sind sie doch nicht das allgemeine Bild).

Fazit

Und so zieht Haus und Grund das Fazit: „Die Zahlen belegen ganz eindeutig, dass private Vermieter nicht dem gängigen Vermieterklischee entsprechen. Sie sind keine geldgierigen Miethaie, keine hinterlistigen Abzocker und auch keine „Herausmodernisierer“. Die Politik muss stärker zwischen den Vermietergruppen differenzieren.“

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