Indexfonds, auch ETFs genannt – warum nicht?

Die Grundidee ist einfach und bestechend: Sie vertrauen auf die positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft und damit dem DAX (aber nicht irgendwelchen Fondsmanagern), also kaufen Sie sich doch einen Aktienfonds, der in diesem Beispiel genau den DAX abbildet.

Sie vertrauen dann darauf, dass in diesem Fonds wirklich die 30 DAX Werte im genau richtigen Verhältnis liegen. Soweit so gut.

Bei einem Indexfonds auf den S & P 500 müsste die Fondsgesellschaft jetzt jedoch schon 500 Aktien immer im richtigen Verhältnis kaufen und halten. Dies wäre unglaublich aufwändig und von den Kosten her kaum mehr zu bewältigen.

Gehen wir noch einen Schritt weiter: was soll eine Bank für einen Agrarhandel-Indexfonds oder ETF kaufen? Soll sie sich den Tresor voller Weizen und Milch legen? Deshalb tun die Fondsgesellschaften und Depotbanken genau das nicht.

Zitat Handelsblatt online vom 31.05.11: „Indexfonds sind Sprengstoff für das Finanzsystem.“

Warum? Häufig ist Vieles oder Alles, womit die ETFs gefüllt werden, sogenannte „Swaps“. Das sind sehr komplexe Tauschgeschäfte: Die Depotbank legt in den Fonds irgendwelche (!) Papiere – böse Zungen behaupten, dass es genau die sind, die sie gerne loswerden wollen – und garantieren dem Fondsanleger, dass er auf jeden Fall die Rendite erhält, die der Fonds machen würde, wenn dann die DAX Papiere oder Rohstoffe drin wären. Im Gegenzug dazu erhält die Bank die wirklichen Erträge aus den in den Fonds geparkten Anlagen.

Extrembeispiel: Eine Bank lässt irgendwelche Schrottpapiere, die sie dringend aus der eigenen Bilanz entfernen möchte, in einem solchen ETF verschwinden. Am Ende des Jahres sind diese Papiere noch weniger wert geworden als sie am Anfang waren – der DAX ist jedoch gestiegen. An diesem Punkt muss die Bank die Renditedifferenz im Fonds auffüllen.

Solange die Bank die Differenz und Verluste ausgleichen kann – kein Problem. Was geschieht aber in einer groß angelegten Finanzkrise oder nur bei Zahlungsschwierigkeiten einer einzelnen Depotbank? Die Bank kann die Differenz nicht ausgleichen. Sie erhalten „selbstverständlich“ den miserablen Gegenwert der Anlagen, die im Fonds stecken – nicht jedoch die sicheren Erträge / Guthaben, die Sie eigentlich wollten! Kurioses Szenario: bei einem Fonds auf einen gewollt sicheren Rentenindex können in dem Wertpapierkorb auch Aktien stecken. Experten fürchten nämlich, dass Banken riskante oder gar toxische Wertpapiere in den Indexfonds parken (dem schließe ich mich an), die in einem solchen Fall dann wenig bis nichts mehr wert sind.

Für Anleger ist es ein Problem, dass sie oftmals nicht erkennen, was sich tatsächlich in einem ETF verbirgt. Im Krisenfall stellen Sie dann plötzlich fest, dass Sie gar keine sicheren Rentenpapiere oder DAX-Aktien haben, sondern hoch spekulative Verluste erlitten haben.

Empfehlung: es gibt ganz wenige Fonds, die den versprochenen Index auch wirklich eins zu eins abbilden. Kaufen Sie nur solche und meiden Sie alle anderen, egal wie gut sie klingen.

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Heimo Bucerius

Heimo Bucerius

Heimo Bucerius war mit seiner Vermögensberatungsfirma unter den TOP25 Deutschlands der vom Wirtschaftsmagazin Euro getesteten Finanzberater (25 von 18.000 Bewerbern wurden ausgezeichnet). Als Finanzberater ist er seit über 20 Jahren auf Immobilien spezialisiert – ein wesentliches Gebiet für den Vermögensaufbau mit Sicherheit und Rendite. Über Vorträge und Seminare in Deutschland, England, USA, in der Schweiz und der Slowakei vermittelt Heimo Bucerius wichtiges Immobilienwissen.

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