Tipps, wie richtiges Heizen Geld spart – Teil 1

Die meisten Energiekosten in deutschen Haushalten entfallen auf Heizung und Warmwasseraufbereitung: Mit mehr als drei Vierteln des Gesamtverbrauchs ist der Anteil sehr hoch. Gerade im Winter ist der Wärmeenergieverbrauch naturgemäß am höchsten. Nun muss man sich nicht gleich eine neue Heizung kaufen oder die Wärmedämmung verbessern, um Geld zu sparen. Auch bewusstes Heizen und Lüften und ein paar simple Kniffe helfen, die Energiekosten zu senken.

Nicht zum Fenster hinaus heizen

Falsch: Fenster kippen. Bautechnisch und vom Wärmeverbrauch her sind gekippte Fenster im Winter ein Albtraum. Stehen Fenster dauerhaft ,,auf Kipp“, wird nur wenig Luft ausgetauscht, dafür aber

– kühlen die Wände und Fensterlaibungen aus – ihr Wiedererwärmen frisst teure Heizenergie

– es erhöht sich der Energiebedarf und die Dauer der Wiederaufheizung des betroffenen Zimmers.

– Der Luftaustausch dauert nicht nur länger als bei offenem Fenster,

– sondern die teuer produzierte Wärme der Heizkörper geht direkt nach oben und somit geradewegs zum gekippten Fenster hinaus, statt im Raum zirkulieren und ihn zu erwärmen.

Richtig: Fenster weit auf, damit die Luft im Raum frisch ist und zugleich so wenig wie möglich Wärme entweicht. Am besten klappt das mit dem Stoßlüften mehrmals am Tag bei ausgeschalteter Heizung: Die Fenster mehrmals täglich für ein paar Minuten weit öffnen und – wenn möglich – für eine Querlüftung des gesamten Raumes sorgen. So wird die Luft im Raum schnell ausgetauscht, aber die Wände bleiben warm. Das Risiko der Schimmelbildung sinkt, denn die Luftfeuchtigkeit* wird dabei effektiver gesenkt als bei einem nur kurzen Luftaustausch durch einzelne gekippte Fenster.

* Luftfeuchtigkeit kann ein Problem werden: Die Menschen in einem Vier-Personen-Haushalt etwa geben – zum Beispiel durch Atmen, Duschen, Kochen und Waschen – täglich rund zwölf Liter Feuchtigkeit an die Luft ab; die muss wieder raus.

Energieverluste vermeiden

Heizkörper freihalten: „Die Luft am Heizkörper muss im Raum zirkulieren können, nur dann kann sich die Wärme auch verteilen“, so das Umweltbundesamt. Also sollten Möbel, Vorhänge, Gardinen oder sonstige Wohnaccessoires niemals die Heizkörper verdecken, da sich sonst die warme Luft nicht im Raum verteilen kann.

Wer über Nacht die Rollläden schließt, hält mehr Wärme im Gebäude – vor allem bei älteren und energetisch weniger guten Fenstern. So können die Wärmeverluste durch das Fenster um rund 20 Prozent verringert werden. Geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt und helfen, die Heizkosten kleinzuhalten.

In Heizkörpernischen verringert eine wärmereflektierende Thermofolie übermäßige Energieverluste. Sie wird auf die Wand hinter dem Heizkörper geklebt – auch wenn das nicht unbedingt schön anzusehen ist.

Richtig temperieren

Zu warme Räume erhöhen den Energieverbrauch unnötig. Jedes Grad Raumtemperatur, das die Heizung nicht erzeugen muss, spart etwa sechs Prozent Energie und damit auch Kosten ein. Daher sollten Nutzer der jeweiligen Räume testen, bei welcher Raumtemperatur sie sich wohlfühlen. Die „richtige Temperatur“ gibt es wohl nur subjektiv, empfohlen werden jedoch folgende Werte (Umweltbundesamt):

– Im Wohnbereich eine Temperatur von 20 – 22 Grad Celsius,

– In der Küche für gewöhnlich rund 18 Grad,

– Im Badbereich dürfe es etwas wärmer sein, 22 Grad Celsius seien ideal.

– Im Schlafzimmer sind 17 bis 18 Grad Celsius ausreichend.

Temperaturabsenkung

Viel lässt sich einsparen, wenn die Heizung über Nacht abgesenkt wird. Doch es gilt abzuwägen zwischen „Energie einsparen“ und „möglichst wenig Energie zum Wiederaufwärmen brauchen“.

– Daher ist es am besten, wenn die Temperatur in Wohn- und Arbeitsräumen nachts um höchstens vier bis fünf Grad gesenkt wird. Grund: Wird es kälter, dann muss zu viel Energie beim Wiederaufheizen eingesetzt werden.

– Das gilt auch für das Abschalten der Heizung während längerer Abwesenheit: Senkt man die Temperatur zum Beispiel während der Arbeitszeit tiefer ab, kühlen die Außenwände ab. Das führt zu einem unbehaglichen Raumgefühl. Und dann dreht man abends die Heizung höher auf, als es erforderlich wäre.

– Bei Fußboden- und Flächenheizungen bringt eine Nachtabsenkung wegen langer Vorlaufzeiten hingegen wenig bis nichts, denn sie sind „träge“: Sie brauchen sehr lange, bis sie einen ausgekühlten Raum wieder aufheizen, da sie mit niedrigen Temperaturen heizen (weshalb sie ja relativ günstig sind im Verbrauch).

Zwischenbemerkung: Schimmel vorbeugen

Schimmel entsteht dann, wenn es in der Wohnung regelmäßig zu feucht ist. Spätestens wenn sich die Wände ständig nass anfühlen oder es innen an den Fensterscheiben herunterregnet, ist es höchste Zeit zu lüften. 

Wer kalte Außenwände hat, wie es zum Beispiel in einigen Altbauten der Fall ist, sollte Möbelstücke einige Zentimeter von der Wand entfernt aufstellen. Denn an Wänden kann sich Feuchtigkeit sammeln, wodurch Schimmelpilze und Bakterien wachsen können. Dies kann allergische Reaktionen oder Reizerscheinungen in den Atemwegen auslösen. 

Und vermeiden Sie es bitte, einen kalten Nachbarraum durch die offene Tür mitzuheizen. Das könne hohe Folgekosten verursachen, denn die warme Luft transportiert auch Feuchtigkeit in das kühlere Zimmer, wo diese an den kalten Wänden kondensiert. Der Putz durchfeuchtet, Schimmelbildung ist möglich. Um dieses und Feuchteschäden zu vermeiden, nicht unter 14 bis 16 Grad absenken. Auch im Schlafzimmer sollte es nicht kälter als 17 Grad Celcius werden, denn dann steigt das Schimmelrisiko“, so der Rat vom Amt. 

Generell gilt: Heizen und regelmäßiges Lüften sind die besten Mittel, um Feuchte und Schimmel vorzubeugen.

Unser Tipp: Smarte Thermostate

Wie wir sehen, lohnt es sich, die Temperatur um ein paar Grad abzusenken. Wer nun per Hand abends oder vor der Arbeit die Thermostate herunterregelt, kommt morgens oder nach der Arbeit in kalte Räume. Dagegen helfen smarte oder automatische Thermostate, die ganz einfach an die Heizkörper angebracht werden können. „Smarte Geräte“ merken sich den Tagesablauf und stellen so die Temperatur immer optimal ein. Zusätzlich lassen sie sich vom Smartphone aus steuern.

Fortsetzung folgt.

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Vermarktungszeit versus Kaufpreis

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